Wenn du einen Liquiditätspool bereitstellst, gewichtet die automatisierte Preisformel deine beiden Token ständig neu, während andere gegen den Pool handeln. Steigt ein Token stark im Preis, verkauft der Mechanismus faktisch einen Teil des Gewinners und häuft mehr vom anderen an. Das Ergebnis: Dein eingelegter Anteil kann weniger wert sein, als wenn du die beiden ursprünglichen Token einfach unangetastet gehalten hättest. Diese Differenz ist der Impermanent Loss.
Das Wort „impermanent“ (unbeständig) ist wichtig und ein wenig irreführend. Der Verlust besteht nur auf dem Papier, solange die Preisdifferenz anhält; kehren die Token zu ihrem ursprünglichen Verhältnis zurück, verschwindet er. Ziehst du dein Kapital jedoch ab, während die Preise weit auseinanderliegen, wird er sehr real und dauerhaft. Die im Pool verdienten Gebühren können ihn ausgleichen und ihn manchmal sogar übersteigen — genau deshalb kann sich das Bereitstellen von Liquidität trotzdem lohnen.
Das ist wirklich fortgeschrittenes Terrain. Am leichtesten unterschätzt man Impermanent Loss, wenn ein volatiler Token durch die Decke geht, und Paare aus sehr unterschiedlichen Assets sind stärker exponiert als Paare, die sich tendenziell gemeinsam bewegen, etwa zwei Stablecoins. Wer erwägt, Liquidität bereitzustellen, sollte diesen Zielkonflikt zuerst verstehen; das ist Bildung, keine Beratung. Es gibt Rechner, um ihn für ein bestimmtes Paar und eine Preisbewegung abzuschätzen, und die Zahlen vorab durchzurechnen ist weit klüger, als den Effekt erst im Nachhinein zu entdecken.
DeFi-Grundlagen und Risiken
Das Wichtigste in Kürze
- Impermanent Loss ist die Wertdifferenz zwischen dem Bereitstellen von Liquidität und dem bloßen Halten der beiden Token.
- Er wächst, wenn die eingelegten Token im Preis auseinanderlaufen, und schrumpft, wenn sie zu ihrem ursprünglichen Verhältnis zurückkehren.
- Handelsgebühren können ihn ausgleichen, doch ein Abziehen bei weit auseinanderliegenden Preisen macht den Verlust dauerhaft.
Impermanent Loss — häufig gestellte Fragen
Warum heißt er „impermanent“ (unbeständig)?
Weil der Verlust nur besteht, solange die Preise der beiden Token auseinanderliegen. Kehren sie zu ihrem Ausgangsverhältnis zurück, verschwindet er. Dauerhaft wird er erst, wenn du tatsächlich abziehst, während die Divergenz fortbesteht.
Können Gebühren den Impermanent Loss ausgleichen?
Sie können es, und genau darum geht es beim Bereitstellen von Liquidität. Ob die Gebühren den Verlust übersteigen, hängt vom Handelsvolumen und davon ab, wie stark die Token auseinanderlaufen — ein Plus ist also nie garantiert.
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